Das Schlangenfenster

Das Schlangenfenster an der Treppe zur Unterkirche vollzieht die abwärtsführenden Stufen der Treppe nach. Auch der mehrfach gewundene grüne Schlangenkörper, der den größten Teil des Fensters einnimmt, bewegt sich mit dem Vorderteil nach unten. Der Kopf hängt an der tiefsten Stelle und macht den Eindruck, daß das Ungeheuer besiegt ist. Die Schlange, das Zeichen des Bösen, scheint in einem Netz zu hängen, geflochten aus Wörtern in Sütterlin-Schrift. Diese nennen die Sünden der Menschen: Neid, Geiz, Habgier, Hass, Lieblosigkeit, Lüge, Maßlosigkeit, Macht. Der sündige Mensch "sinkt" in die Tiefe, jedoch wenn er nach dem Empfang des Bußsakramentes in der Unterkirche wieder nach oben steigt, hat er die Kraft, die Schlange des Bösen zu zertreten. Die Fußsohlen, gebildet aus weißen Glasstücken, zeigen den neuen Menschen an, der den Alten mit seinen Sünden abgelegt hat. Zugleich zitiert dieses Fenster die Darstellung der Immaculata auf dem Gnadenbild: Maria, die von der Erbsünde unbefleckte Jungfrau, steht auf der Mondsichel und hat mit ihren Füßen die teuflische Schlange zertreten.

Schlangenfenster an der Treppe zur Krypta


© www.mariendom.de