Wallfahrt

Das Gnadenbild

Das Gnadenbild
Das Gnadenbild

In der Offenbarung des Johannes sieht der Glaube das Geheimnis der lmmaculata dargestellt: "Ein großes Zeichen erschien am Himmel: eine Frau mit der Sonne bekleidet, den Mond unter ihren Füßen und auf ihrem Haupt einen Kranz von zwölf Sternen" (Offb 12,7). Auf dem Nevigeser Gnadenbild ist Maria so dargestellt, aber noch durch einige Symbole ergänzt, die alle auf das Geheimnis der lmmaculata hinweisen. Maria ist mit der Sonne umkleidet. Wir sehen die Strahlen von ihrem Leib ausgehen. Mit der Sonne umkleidet sein heißt: mit Christus umkleidet zu sein. Nicht mit einem äußeren Gewand, sondern mit dem, was im Innern ist und nach außen strahlt. Die wahre Schönheit des Menschen ist die, welche von innen kommt. Die Schönheit Marias ist die, welche Christus in sie hineingelegt hat: Ihre Begnadung, ihre Bewahrung vor der Erbschuld. Deshalb hat auf dem Gnadenbild Maria ihr Gesicht und ihre Hände betend erhoben: "Meine Seele preist die Größe des Herrn, und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter. Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe von nun an preisen mich selig alle Geschlechter" (Lk 1,46f.). Maria steht auf dem Mond. Der Mond ist Symbol für die Unbeständigkeit, da seine Gestalt immer wieder wechselt. Gemeint ist die Unbeständigkeit und Wankelmütigkeit des Menschen vor Gott. Sie ist bei Maria nicht zu finden. Die Schlange als Symbol des Versuchers und seiner Macht über den Menschen, erscheint tot unter den Füßen Marias. Da Gott Maria dem Herrschaftsbereich des Bösen entzogen und selbst Wohnung in ihr bezogen hat, konnte sie die Schlange  besiegen. Damit ist die Verheißung an Eva erfüllt, daß der Sproß der Frau der Schlange den Kopf zertreten werde (vgl. Gen 3, 15). Wie eine Wolke sich langsam bildet und dann im Regen das Land tränkt, so hat die Menschheit lange auf den Erlöser gewartet. "Tauet, Himmel, den Gerechten, Wolken, regnet ihn herab", lautet eine uralte Bitte um die Ankunft des Erlösers. Aus Maria kam uns das Heil. Die zwölf Sterne um das Haupt Marias drücken noch einmal anders ihre Stellung als Mutter für uns aus. Die zwölf Sterne sind die zwölf Apostel. Auf sie ist das Fundament der Kirche gebaut. Marias Schmuck ist gleichsam die Kirche. Ihr Schmuck ist das Werk ihres Sohnes. Jesus hat ihr die Kirche anvertraut, sie wie einen Schatz zu hüten und zu lieben.


Und der Erbschuld Makel ist nicht an dir!
Du bist die Ehre Jerusalems!
Du bist die Freude Israels!
Du bist die Zierde unseres Volkes!
Du bist die Fürsprecherin der Sünder!
O Maria! O Maria!
Jungfrau voll Klugheit!
Mutter voll Milde!
Bitte für uns!
Tritt für uns ein bei unserem Herrn Jesus Christus!

(Alter Hymnus in der Tradition der Franziskaner)